Filmabend 22.04.22

Wichtige Begriffe zur Klimakrise


MAPA

Die Abkürzung steht für „Most Affected People and Areas“ und meint die Menschen und Regionen, die am stärksten von den Folgen der Klimakrise betroffen sind, obwohl sie im Schnitt für die Klimakrise am wenigsten verantwortlich sind. Da MAPA nicht auf Geografie, sondern auf intersektionalen Systemen von Unterdrückung basiert, ersetzt dieser Begriff im Kontext der Klimakrise die Teilung der Welt in Globaler Norden und Globaler Süden. Kontinuierlich kolonisierte und unterdrückte Regionen, aber auch BIPoC* (und andere marginalisierte Gruppen in jedem Land) fallen unter diesen Sammelbegriff. MAPA ist nicht homogen und die Probleme, mit denen sie kämpfen, sind vielfältig und komplex. Gleichwohl ist MAPA global anzuwenden und in jedem Land zu finden. MAPA und ihre Erfahrungen werden oft ignoriert und bleiben ungehört, so liegt es an den Mächtigen und Privilegierten, diesen Gemeinschaften eine Plattform zu bieten.


*Globaler Norden und Globaler Süden eine nicht strikt geographisch bedingte Teilung der Welt anhand sozio-ökonomischer, kultureller und politischer Merkmale. Die Einteilung verweist auf die unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung: Profitierende und Ausgebeutete. Ersetzt die Begriffe „Entwicklungsländer“/ „Dritte Welt“, die eine hierarchisierende eurozentrische Vorstellung von „Entwicklung“ zum Ausdruck bringen.
**Black, Indigenous and People of Colour

Klimagerechtigkeit

Die Klimakrise ist eine soziale, politische und ethische Krise. Sie vergrößert und verstärkt die bestehenden Ungleichheiten, sodass viele Menschenrechte direkt bedroht sind: das Recht auf Leben, Wasser, Nahrung, eine angemessene Unterkunft und Zugang zu Sanitätseinrichtungen. Die Menschen und Regionen, die von ihr am meisten betroffen sind, sind mit am wenigsten für die Klimakrise verantwortlich. Sie haben häufig nicht die Mittel und Ressourcen sich zu adaptieren und ihre Folgen zu mindern, während der Globale Norden ausreichend finanzielle Mittel und Technologien zur Verfügung hat, um sich vor den Folgen der Klimakrise zu schützen und diese genau durch jene Aktivitäten angehäuft hat, die zu den klimatischen Veränderungen geführt haben. Klimagerechtigkeitsaktivist*Innen fordern die Anerkennung der ungleichen Verteilung der Folgen der Klimakrise und dass sie durch das Verursacherprinzip ausgeglichen wird – die Kosten des Kampfes gegen die Klimakrise sollen von den Verursachern getragen werden und von denjenigen, die durch Ausbeutung und die ungerechte Verteilung der Ressourcen in der Lage sind, sie zu bekämpfen.
Klimagerechtigkeit wird in vielen verschiedenen Kontexten benutzt, enthält aber meistens drei Leitgedanken:

  1. Verteilungsgerechtigkeit bezieht sich auf die Verteilung von Lasten und Hilfen zwischen Individuen, Ländern und Generationen
  2. Verfahrensgerechtigkeit bezieht sich darauf, wer sich an Entscheidungsprozessen beteiligt
  3. Anerkennung beinhaltet grundsätzlichen Respekt und starke Auseinandersetzung mit und faire Berücksichtigung von unterschiedlichen Kulturen und Sichtweisen

Intersektionalität


Intersektionalität beschreibt die Überschneidung und Gleichzeitigkeit verschiedener (marginalisierter) sozialer, politischer und kultureller Identitäten (z.B. Geschlechtsidentität, Religion, sexuelle oder romantische Orientierung, soziale Klasse, Rassenidentität, Nationalität, Behinderung etc.), die zusammen Systeme von Diskriminierung, Privilegien und Benachteiligungen schaffen. Das Konzept betont, dass verschiedene Dimensionen des sozialen Lebens nicht in separate, isolierte Stränge getrennt werden können.
Im Kontext der Klimakrise bedeutet Intersektionalität, dass Gruppen und Menschen, die ohnehin schon marginalisiert sind, schwerer von ihren Folgen betroffen sein können. Zum Beispiel:


Minoritäten (BIPoC, Gastarbeiter*Innen, LGBTQIA+ und andere) leben mit größerer Wahrscheinlichkeit in Gegenden, die von Umweltverschmutzung und/oder der Klimakrise betroffen sind. Die wirtschaftliche Ausbeutung dieser Minderheiten macht es ihnen viel schwerer mit verändernden Umweltbedingungen klarzukommen und sich ihnen anzupassen.

Indigene Menschen machen nur 4% der Weltbevölkerung aus, schützen aber 80% der Biodiversität der Erde. Sie gehören zu den Ersten, die die Konsequenzen der Klimakrise verspüren: politische und wirtschaftliche Marginalisierung, Verlust von Land und Ressourcen, Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung.


Geschlechtsungleichheiten 80% der durch die Klimakrise vertriebenen Personen sind Frauen und Mädchen. Unter anderem werden Frauen dadurch benachteiligt, dass sie weniger Zugang zu formaler Bildung haben, von wirtschaftlicher Armut und Ernährungsunsicherheit betroffen sein können, limitierten Zugang zu Ressourcen haben und aus politischen Institutionen und Entscheidungsprozessen ausgeschlossen werden.

10 Fakten zur Klimakrise

1. Überbevölkerung
• Überbevölkerung ist ein ökofaschistischer Mythos, der oft mit der Klimakrise in Verbindung gebracht wird. Der Ressourcenmangel wird nicht durch Überbevölkerung verursacht, sondern durch ungerechte Verteilung und künstliche Knappheit. Weltweit wird genug Essen produziert, um bei gerechter Verteilung 10 Milliarden Menschen zu ernähren, es leben zurzeit jedoch „nur“ ca. 7,8 Milliarden Menschen auf der Erde.

2. Militär
• Militärs haben auch einen bedeutenden Einfluss auf die Klimakrise. Allein das US-Amerikanische Militär ist für jährlich 153 Millionen Tonnen C02-Ausstoß verantwortlich. Vergleich: 2019 hatte die Niederlande einen Ausstoß von 156 Millionen Tonnen CO2.

3. Große fossile Energiekonzerne
• wussten schon seit den 1970er Jahren von dem menschengemachten Klimawandel, der von fossilen Brennstoffen verursacht wird. Sie waren es, die Klimastudien in Auftrag gebracht, die Ergebnisse aber gezielt vertuscht haben um ihr Geschäft am Laufen zu halten.

4. Ökologischer Fußabdruck
• Der fossile Energiekonzern BP ist von 1965 bis 2017 6. Größter CO2- Ausstoßer von Energiekonzernen (34 Mrd. Tonnen CO2). Der individuelle ökologische Fußabdruck wurde als Marketingstrategie von BP ausgedacht, um weg vom eigenen CO2-Beitrag hin zur persönlichen Verantwortung der Konsumenten zu führen. Nur 100 Unternehmen sind für 71% aller Emissionen zuständig.

5. Zahlen & Afrika
• Die ärmsten 50% sind für 10% der globalen Emissionen zuständig, während die reichsten 10% für 50% der globalen Emissionen zuständig sind. Z.B. In Afrika werden 2030 ca. 250 Millionen Menschen an Wassermangel leiden und als Resultat 700 Millionen Menschen fliehen, was die Hälfte der afrikanischen Population ist.

6. Amazonas
• Der Amazonas-Regenwald stößt jetzt mehr CO2 aus als er absorbiert. Der riesige Wald war früher eine Kohlenstoffsenke, die die Emissionen absorbierte, die die Klimakrise auslösten, aber jetzt verursacht er deren Beschleunigung, so die Forscher. Der größte Teil der Emissionen wird durch Brände verursacht, von denen viele absichtlich gelegt werden, um Land für die Rindfleisch- und Sojaproduktion zu roden. Aber auch ohne Brände bedeuten heißere Temperaturen und Dürreperioden, dass der südöstliche Amazonas zu einer CO2-Quelle geworden ist, statt zu einer Senke.

7. Madagaskar Hungersnot
• Mitte 2021 gab es in Madagaskar eine so starke Dürre, die mehr als 1 Millionen Menschen betroffen hat/ immer noch betrifft. El Niño z.B. wird voraussichtlich in den nächsten Jahrzenten auch häufiger als zuvor vorkommen. Solche extremen Wetterphänomene treten immer häufiger auf und/oder werden durch die Klimakrise verstärkt.

8. Jährlich ermordete Umweltaktivist*Innen
• 227 Land- und Umweltaktivisten wurden im Jahr 2020 ermordet, weil sie ihr Land und den Planeten verteidigt haben

9. Methan & Fossiles Gas
• Methan ist ein starkes, wärmespeicherndes Treibhausgas, das nach Kohlendioxid den zweitgrößten Anteil an der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung hat. Mit dem höchsten jährlichen Anstieg seit Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1983 lag der durchschnittliche Methangehalt in der Atmosphäre im Jahr 2021 bei 1 895,7 ppb und damit rund 162 % über dem vorindustriellen Wert.
• Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie abhängig Länder von fossilem Gas sind. Ein Grund mehr den Ausbau von Erneuerbaren Energien zu beschleunigen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

10. Klimakrise noch aufhaltbar?
• Nein, aufhalten können wir die Klimakrise nicht mehr. Doch die schlimmsten Folgen des Klimawandels können wir noch verhindern, wenn wir jetzt die Notbremse ziehen. Umso wichtiger ist es jetzt zu handeln!

Quellen:
https://twitter.com/vanessa_vash/status/1514114692666515457 https://en.wikipedia.org/wiki/2021%E2%80%932022_Madagascar_famine https://www.amnesty.de/allgemein/pressemitteilung/madagaskar-klimakrise-duerre- hungersnot https://www.globalcitizen.org/en/content/mozambique-storms-southern-africa-climate- change/#! https://www.globalwitness.org/en/press-releases/global-witness-reports-227-land-and- environmental-activists-murdered-single-year-worst-figure-record/ https://www.thelancet.com/action/showPdf?pii=S2542-5196%2820%2930196-0 https://twitter.com/jasonhickel/status/1304034260760825856?lang=en https://www.noaa.gov/news-release/increase-in-atmospheric-methane-set-another- record-during-2021?fbclid=IwAR0IuQd- 2OGkQwovpNN_4J0CIyiCvtUZ1QxJeMou8KzfVHmW_8Gkdj0KoGs https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffdioxid_in_der_Erdatmosph%C3%A4re https://www.theguardian.com/environment/2021/jul/14/amazon-rainforest-now- emitting-more-co2-than-it-absorbs https://www.theguardian.com/sustainable-business/2017/jul/10/100-fossil-fuel- companies-investors-responsible-71-global-emissions-cdp-study-climate-change https://www.greenpeace.de/klimaschutz https://www.instagram.com/p/CJltq3FH7nk/?utm_medium=copy_link https://fridaysforfuture.org/ https://www.instagram.com/p/CZCWvFftvzM/?utm_medium=copy_link https://www.instagram.com/p/CNIgbN7HVct/?utm_medium=copy_link https://www.instagram.com/p/CLW-oUGn5j5/?utm_medium=copy_link

Ersti-Abend

Wir stellen uns vor!

Für Erstsemestler_innen und auch alle anderen Interessierten veranstalten wir am 10.11.21 unseren Ersti-Abend! 

Wir stellen euch unsere verschiedenen Untergruppen und ihre Arbeit vor und erzählen euch was wir bei Amnesty eigentlich machen. 

Wenn ihr vorbei kommen wollt meldet euch einfach unter info@amnesty-hochschulgruppe-dresden.de und ihr bekommt alle weiteren Informationen zu Zeit und Ort. 

Für Snacks und Getränke ist gesorgt! 

Wir freuen uns auf euch! 

Eure Amnesty HSG Dresden 

Update: Weiter Unterstützung für die Asylberatung gesucht

Wir möchten ab Anfang 2022 Beratung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz anbieten, um die in Dresden bestehenden Asylberatungsstellen zu entlasten. Dafür suchen wir aktuell noch Interessierte!

Wen suchen wir?

  • Menschen, die sich vorstellen können, Rechtsberatung für Geflüchtete vor und im Asylverfahren anzubieten. Dabei ist es egal, ob ihr Vorkenntnisse im (Asyl-)Recht habt – wir können euch umfassend einarbeiten.
  • Sprachmittler*innen
  • Menschen, die uns bei der Organisation unterstützen können

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Wie läuft das dann?

  • Ihr meldet euch bei uns und wir stellen euch vor, wie wir arbeiten.
  • Im Herbst 2021 gibt es umfangreiche Einführungsseminare, um euch als Berater*innen fitzumachen.
  • Anschließend nutzen wir Hospitationsmöglichkeiten bei anderen Dresdner Beratungsstellen.
  • Wir planen zusammen, wann und wie oft wir Beratungen anbieten können.
  • Infrastruktur ist da.
  • … dann kann es losgehen.

Unsere Gruppe ist gut mit den anderen Beratungsstellen vernetzt und wir können bei Amnesty auf fachliche Supervision durch Menschen mit langjähriger Erfahrung in der Asylberatung zurückgreifen.

Wenn ihr interessiert seid, kommt zu einem unserer offenen Plena. Derzeit treffen wir uns etwa alle zwei Wochen, normalerweise mittwochs um 18:30 Uhr. Für genauere Infos meldet euch unter asylberatung@amnesty-hochschulgruppe-dresden.de . In den Plena können wir euch vorstelllen, an was wir gerade arbeiten, und ihr könnt einen ersten Eindruck bekommen.

Wir freuen uns auf euch!

Wir gründen eine Asylberatungsgruppe – und suchen Unterstützung!

Asylum seekers waiting to submit their asylum applications at the entrance of the Political Asylum Department of the Aliens Directorate, Headquarters of Hellenic Police, in Petrou Ralli, Athens, 1 June 2009.

Wir suchen interessierte und motivierte Menschen, um eine Asylberatungsgruppe zu gründen und damit die bestehenden Asylberatungsstellen in Dresden zu entlasten.

Wen suchen wir?

  • Menschen, die sich vorstellen können, Rechtsberatung für Geflüchtete vor und im Asylverfahren anzubieten. Dabei ist es egal, ob ihr Vorkenntnisse im (Asyl-)Recht habt – wir können euch umfassend einarbeiten.
  • Sprachmittler*innen
  • Menschen, die uns bei der Organisation unterstützen können

Dabei ist es egal, ob ihr studiert oder etwas anderes macht. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Wie läuft das dann?

  • Es gibt umfangreiche Seminare, um euch als Berater*innen fitzumachen.
  • Wir planen zusammen, wann und wie oft wir Beratungen anbieten können.
  • Infrastruktur ist da.
  • … dann kann es losgehen.

Unsere Gruppe ist gut mit den anderen Beratungsstellen vernetzt und wir können bei Amnesty auf fachliche Supervision durch Menschen mit langjähriger Erfahrung in der Asylberatung zurückgreifen.

Wenn ihr interessiert seid, kommt zu unserem Einführungsabend am 27.5. um 20:00 Uhr online unter https://meeting.amnesty.de/b/nat-pqs-lya-ume (Raumzugangscode: 396447) oder schickt uns eine Mail an asylberatung@amnesty-hochschulgruppe-dresden.de .

Wir freuen uns auf euch!


Online-Workshop: Menschenrechte betreffen uns alle

Doch wo kommen diese eigentlich her und was genau beinhalten sie? Für wen gelten sie und wer kümmert sich um ihre Einhaltung? Wie und wo kann ich mich aktiv für die Menschenrechte einsetzen?

Amnesty auf der #unteilbar-Demonstration für eine offene und solidarische Gesellschaft am 13. Oktober 2018 in Berlin. Amnesty at the #unteilbar demonstration – for a open society on 13th of October in Berlin. Amnesty International / Foto: Jarek Godlewski

Die Gruppe Menschenrechtsbildung von Amnesty International Leipzig lädt euch zu einem kostenlosen, interaktiven Grundlagenworkshop ein, in dem wir diese Fragen gemeinsam beantworten wollen.

Wann und Wo?

Mittwoch 26.05.2021, 17:30 – 19:45 Uhr, danach Möglichkeit zum weiteren Austausch. Den Link zum Workshop erhaltet ihr per Mail.

Ab 17:15 Uhr gibt es eine Technikeinführung für BigBlueButton und ConceptBoard

Was braucht ihr?

Funktionierendes Mikro und Lust auf Gespräche und Austausch! Schreibt uns einfach eine kurze Mail an mrb@amnesty-leipzig.de mit dem Betreff „Grundlagen Workshop“ und eurem Namen.
Den Teilnahmelink erhaltet ihr dann an die Mailadresse, mit der ihr euch angemeldet habt. Die Teilnahmeplätze sind begrenzt – first come, first served 🙂

Wir freuen uns auf euch!

Unsere Gruppe auf dem Dies Academicus

Wollt ihr wissen, wer hinter dem gelben Logo steckt? Im Video stellen wir uns kurz vor – haltet Zettel und Stift bereit! 😇

Wir sind außerdem heute (5.5.) von 13 bis 15 Uhr beim Meet&Greet der Dresdner Hochschulgruppen dabei. Hier findet ihr den Teilnahmelink.

Online-Podiumsdiskussion: Menschenrechtsverletzungen im Mittelmeerraum

In unseren Medien ist es sehr ruhig um die Menschenrechtsverletzungen im Mittelmeerraum geworden und das, obwohl die aktuelle Pandemie aufgrund der vielerorts eingeschränkten Versorgungslage und überlasteten Gesundheitswesen nach Auffassung der UN zu einem Anstieg von Flucht und Migration führen könnte. Umso erschreckender erscheint die zunehmende Kriminalisierung privater Seenotretter*innen, welche eine Lebensgefahr für viele Menschen auf der Flucht darstellt.

Wir laden euch dazu ein, mit uns und unseren geladenen Experten Wolfgang Grenz (Ehrenamtliches Vorstandsmitglied für Flüchtlinge Amnesty International Deutschland) und Axel Steier (Vorsitzender von Mission Lifeline e.V.) in einer digitalen Podiumsdiskussion am 24.03.2021 von 18:30 bis 20:00 Uhr diesem Thema, welches moralisch wie auch rechtlich viele ungeklärte Fragen aufwirft, auf den Grund zu gehen.

Wir freuen uns über eure Anmeldungen unter: https://forms.gle/1y8prFHaJdTQZ5op9

Briefmarathon 2020 – online und in Präsenz

Der Internationale Tag der Menschenrechte naht mit großen Schritten und der Amnesty-Briefmarathon hat schon begonnen! Bis zum 23. Dezember 2020 könnt ihr euch wieder für 10 Menschen und Gruppen in Not und Gefahr einsetzen.

Was ist der Briefmarathon? Jedes Jahr findet rund um den Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember der Briefmarathon von Amnesty International statt. Hunderttausende Menschen setzen sich darin mit Appellbriefen und Petitionen für gewaltlose politische Gefangene, Verfolgte und Menschen in Not ein. Allein 2019 schrieben Menschen aus fast allen Ländern der Erde über 6,6 Millionen Briefe. Sei auch du mit dabei und schreibe E-Mails an Regierungen und Institutionen, die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. Eine einzelne Mail kann ungelesen im Spam-Ordner landen, aber Tausende Nachrichten, die die Einhaltung der Menschenrechte fordern, lassen sich nicht ignorieren!

Wie funktioniert der Briefmarathon in Zeiten der Pandemie? Aufgrund der aktuellen Lage bezüglich Covid-19 findet der Briefmarathon in diesem Jahr unter besonderen Umständen statt: Nachdem sich in einigen Ländern schon der nächste Lockdown abzeichnet, ist bei uns noch unklar, wie die Wintersaison 2020/21 verlaufen wird. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten am Briefmarathon teilzunehmen: Ihr könnt ganz bequem per Klick die vorgeschriebenen Briefe unterzeichnen oder an unserem Infostand in der Mensa° vorbeikommen. Genauso könnt ihr beispielsweise eine virtuelle Teestunde mit Freund*innen, Familie oder Kolleg*innen veranstalten und dabei Briefe schreiben. Alle weiteren Infos zu den 10 Fällen von Menschenrechtsverletzungen und den Briefen könnt ihr hier nachlesen: briefmarathon.de.

° Ihr findet uns vom 8. – 11. Dezember zwischen 11 und 13 Uhr im Foyer der Alten Mensa der TU Dresden. Dort haben wir einen virusresistenten Stand aufgebaut, an dem ihr in Person Petitionen unterschreiben könnt oder Zugang zu den Online-Petitionen erhaltet. Bitte achtet dabei darauf, die geltenden Hygieneregeln einzuhalten und einzeln an den Stand heranzutreten und tragt euch in die Formulare zur Kontaktnachverfolgung des Studentenwerks Dresden ein. Tagesaktuelle Infos folgen auf unserem Instagram-Kanal.

Einführungsabend am 11. November 2020

Wir suchen neue Mitstreiter*innen!

Ihr möchtet euch für Menschenrechte einsetzen? Mit anderen Menschen über politische Themen diskutieren und selbst etwas bewegen, statt nur passiv Nachrichten zu lesen?

Dann kommt zu unserem Online-Einführungsabend am 11.11. um 18:30 auf https://meeting.amnesty.de/b/jud-s0q-haz-utm . Wir stellen uns und unsere aktuellen Projekte vor und erklären, wie wir arbeiten und wie ihr euch und eure Ideen einbringen könnt.

Das Treffen findet aus Datenschutzgründen auf BigBlueButton statt.

Antirassistischer Begegnungsworkshop mit Geflüchteten – eine Kooperation mit Zeugen der Flucht e.V.

Saied, Ali und Moussa – so heißen die drei Geflüchteten, die am Samstag, den 25. Juli, im Rahmen eines Begegnungsworkshops im Großen Garten von ihren individuellen Fluchterfahrungen berichteten. Saied, der aus Syrien kommt, hatte zu diesem Zweck bedeutsame Ereignisse seines Lebens ausgedruckt und bat die Anwesenden, diese in die richtige zeitliche Reihenfolge zu bringen. Doch schon dies stellte einige der insgesamt 25 Teilnehmer*innen vor Herausforderungen – so sehr hat mensch sich an Schreckensnachrichten aus Syrien gewöhnt: Wann hat der Krieg in Syrien begonnen? Wie lange dauert diese menschliche Katastrophe schon an?

Die persönlichen Erfahrungen wurden von kleinen Vorträgen von Aktiven des Vereins Zeugen der Flucht e.V. eingeführt. Es wurden die häufigsten Fluchtursachen, Fluchtländer und rechtliche Hintergründe zur Asylsituation in Deutschland vorgestellt.

Anschließend begann Saied zu erzählen. Angefangen bei seiner Schulzeit, von den ersten gefallen Bomben, seinem Studium, dem Haus seiner Eltern und seinen Umzügen in Syrien. Und schließlich: von seinem Entschluss, Syrien zu verlassen. Erst in die Türkei, danach weiter nach Griechenland, über Österreich und eines Tages „spontan“ nach Deutschland, wo er schließlich in Dresden ankam.

Saieds, Alis und Moussas sind Geschichten, die noch nicht zu Ende geschrieben und erzählt sind. Es sind Leben, die einen Härtefallantrag stellen müssen, um nicht in die Kriegsheimat zurückzukehren, Leben, die im Ungewissen schweben, und Leben, die von ihrer Familie getrennt sind.

Nach den Gesprächskreisen war Raum für einen offenen Austausch bei einem kleinen Buffet da. Es kreisten viele Fragen um Fluchterfahrungen, das Ankommen in Deutschland und unterschiedliche Perspektiven auf die aktuelle Rassismusdebatte. Doch nicht nur Saied, Ali und Moussa mussten Fragen beantworten – auch die Interessierten mussten sich be- und auch hinterfragen lassen: Was ist unsere Perspektive auf das Thema Flucht und Migration? Wo taucht Rassismus im Alltag auf? Und ist der Krieg ist Syrien wirklich ein Bürgerkrieg – oder ist das lediglich ein Narrativ, das zu häufig unkritisch übernommen wird? Welche Geschichten erzählen wir uns über die Menschen, herkommen? Was davon sind mediale Stereotype und was die Wahrheit?

Schließlich stellte unsere Hochschulgruppe sich und die eigene Arbeit vor. Wir machten auf die Kampagne “Nimm Rassismus persönlich” und Urgent Actions zum Schutz von Menschenrechten weltweit aufmerksam, die zum Beispiel den effektiven Schutz der Geflüchteten in Lagern auf den griechischen Inseln vor Covid-19 fordert und die Freilassung der Iuventa-10 Crew, die 14.000 Menschen vor dem Ertrinken auf dem Mittelmeer rettete.

Der Workshop war ein voller Erfolg, zumal viele positive Rückmeldungen zu diesem besonderen Format kamen. Die HSG Amnesty International und Zeugen der Flucht e.V. stellen sich vor, weitere Workshops anzubieten.

von Moritz Piepel und Natalia Fomina

Weiterführende Informationen:

https://zeugenderflucht.com/

https://www.amnesty.org/en/get-involved/take-action/greece-refugees-coronavirus-covid-19/

https://www.amnesty.de/kampagne-gegen-rassismus-deutschland

https://www.amnesty.de/allgemein/kampagnen/retten-verboten